ethologie
wie kleine Kinder…
Freitag, Mai 21st, 2010 | ausgezogen | Keine Kommentare
Gestern war ich Touchy und Hazel in ihrem neuen zu Hause bei Johanna besuchen. Touchy ist dort aufgeblüht (und etwas aufgegangen hihi) und auch Hazel ist für ihre Verhältnisse sehr entspannt. Sie bleibt eben Hazel, man muss zunächst eine Viertelstunde auf-der-Couch-sitzend beweisen, dass man keine bösen Absichten hegt, bevor Hazel sich zeigt und gestreichelt werden will.
Touchy und Hazel sind ein sehr ungleiches Paar und dennoch recht ähnlich, da beide sehr sture Katzenschädel sein können und sich gegenseitig die Butter vom Brot stehlen würden, wenn sie nur könnten. Seit ein paar Wochen heißt es daher, die beiden zu beobachten und (für mich telefonisch) zu entscheiden, ob es denn etwas wird oder nicht. Aber seitdem ich gestern gesehen habe, wie unbeeindruckt sich Hazel von Touchys gelegentlichen Dominanzausbrüchen zeigt, bin ich äußerst zuversichtlich. Sicher, vielleicht wäre eine andere Konstellation von Anfang an reibungslos gelaufen.
Es zahlt sich aber auch manchmal aus, den Katzen einfach Zeit zu lassen. Wie kleinen Kindern, die sich plötzlich ein Zimmer teilen müssen. Da muss auch erst nach und nach geklärt werden, wer wann mit welchem Spielzeug spielen darf…
Wasser und Katzen
Samstag, Mai 16th, 2009 | katzenfutter, vetmed | Keine Kommentare
Beim Großziehen des K-Wurfes kamen in Gesprächen mit den neuen Besitzern (weil gleich 3 zu sehr bemühten, interessierten Katzenneulingen ziehen) ein paar interessante Themen, auch Missverständnisse auf. Eines davon handelt vom idealen Getränk für Katzen bzw. der Frage, ob Katzen überhaupt so etwas brauchen.
Was für eine Frage, werden die meisten jetzt denken. Natürlich trinken Katzen, Wasser, Milch, Joghurt… meine liebe Kiki sogar schwarzen Kaffee und Flower tut alles für Tomatensuppe. Es geht also vielmehr um die Frage, ob Katzen – bei tiergerechter Ernährung – dies überhaupt benötigen. Und wenn ja, in welcher Art und Weise.
Die Stammform der Katzen, die afrikanische Wildkatze (Falbkatze, felis silvestris libyca) lebt in Halbwüsten. So trocken wie auf dem Foto ist es dort aber nicht immer. Trotzdem sind die Halbwüstenbewohner an ein Leben in Trockenheit angepasst, konzentrieren sie etwa auch ihren Urin wesentlich stärker als andere Tiere. Aber auch ihre Lebensweise, ihre Fressverhalten ist angepasst, ja muss es sogar sein, wenn man nicht vorhersehen kann, wo der nächste Fluss und wann der nächste Regen ist.

Wie diese Anpassung aussieht, lasse ich Mircea (Pfleiderer, Dr.) erklären:
Leyhausen und ich beobachteten eine wilde Schwarzfußkatze, die ihre einzige Wasserquelle nur etwa alle 3 Wochen aufsuchte. A. Sliwa, der Schwarzfußkatzen weiter im (etwas weniger trockenen) Norden im Raume Kimberley untersuchte, meinte auf Grund seiner sehr sorgfältigen telemetrischen Beobachtungen, die Tiere tränken überhaupt nicht. Auch in vielen von mir gefundenen Schwarzfußkatzenterritorien befand sich oft überhaupt kein flüssiges Wasser.
Entsprechend beobachtete ich, daß meine gefangenen Schwarzfußkatzen eine volle Wasserschüssel nach mehr oder weniger ausführlichen Beriechen, wie schlechtes Futter oder andere entsprechende Störfaktoren zuscharrten. Zwei adulte Schwarzfußkater (Leyhausens „Schwarzi“ und mein „Danie“) koteten mehrmals in die Wasserschüssel, was ich gelegentlich auch bei meinen Falbkatzen beobachtet habe.
Wenn man hingegen Schwarzfußkatzen beim Fressen zuschaut, sieht man, daß sie das ungewöhnliche Kunststück zuwegebringen, in hohem Tempo gleichzeitig zu essen und zu trinken. Jeder Blut- und Fleischsafttropfen wird aufgeschlürft, bevor er im Sand verschwinden kann. Wenn ich Jock eine Schale mit Milch und einen Leckerbissen anbrachte, konnte er sich manchmal nicht entscheiden, was er zuerst verzehren sollte. Dann legte er beispielsweise seinen Quelea-Finken in die volle Milchschüssel, die er dann ausleckte, während er zwischendurch einen Bissen Vogel nahm. Als ich ihm das Blut eines frisch geschlachteten Widders brachte, stürzte er wie wild heran und sich dann auch in die Schüssel und schlürfte einen breiten Graben durch das gerinnende Blut. Er hörte erst auf, als sein Bauch kugelrund war und sichtlich kein weiterer Tropfen mehr darin Platz hatte.

Jetzt sind unsere Stubentiger aber keine Schwarzfußkatzen, nicht annähernd. Und dass Falbkatzen sehrwohl trinken (wie auch mitunter eine Wasserstelle als Reviermarke zum Koten und Urinabsetzen nutzen) kann ich mit eigenen Beobachtungen bestätigen. Selbst bei sehr naturnaher Fütterung mit ganzen Tieren.
Der springende Punkt ist aber: Katzen trinken nicht so, wie der Zoohandel es gerne hätte. Sie trinken mit dem Fressen, nicht neben dem Fressen. (Der zweigeteilte Napf ist aus Sicht der Katze also nicht wirklich sinnvoll… wer würde schon seine Jause neben ein potentielles Klo legen?)
Und sie trinken danach – an einer anderen Stelle. (Also den Wassernapf nicht unmittelbar beim Futter platzieren. Gerne auch mehrere Wasserstellen anbieten – zumal Katzen in Wohnungshaltung für gewöhnlich kein rohes Blut sondern recht trockenes Futter bekommen.)
Milch – ist ein Thema für sich. Zum einen stimmt es, dass die meisten Katzen keine Laktose vertragen, wenn sie es nicht vom Babyalter an regelmäßig gewohnt sind. Damit sind sie Menschen nichtmal unähnlich. Milch ist wässrige Nahrung, kein Getränk. Hat eine Katze wirklich Durst (etwa nach Leckerlis oder Trockenfutter) wird sie ihn mit Milch nur schlecht stillen können. Ansonsten ist gegen eine Portion hie und da aber nichts zu sagen. Gewässert oder bereits laktosereduziert – sofern es eben vertragen wird.
rollig, rollig, rollig
Dienstag, April 14th, 2009 | andere katzen | Keine Kommentare
Gestern hatten wir netten Babybesuch dem Kiki natürlich zeigen musste, wie lautstark eine Britin rollen kann. Der arme Jollito versteht ob seiner Hormone die Welt nicht mehr, erst seitdem sogar das Babyklo nach Kater riecht, passt es ihm wieder besser.
Habe soeben von Mircea erfahren, dass die Falbkätzin, deren Rolligkeit ich im Februar in Bild und Ton festgehalten habe, tatsächlich Junge erwartet. Das ist insofern bemerkeswert als es ja ein wenig die falsche Jahreszeit (auf der Südhalbkugel) ist. Und weil ich damals – nur wenige Stunden nach meiner Ankunft am Gehege stand und bemerkte “die wird aber rollig” worauf Mircea gedacht haben muss, was ich wohl für ein selbsternannter Guru bin. Mein Glück, dass sich Danica (die Falbkätzin) an meine Wahrnehmung hielt und 2 Tage später tatsächlich in Brunst kam. Einmal kein Fettnäpfchen für mich! :o)
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Und weil die ganze Geschichte ohne Bild und Ton so gar nicht schön ist, gibts diesmal ein Video von Dany, die ihren Auserwählten putzt. Ja, auch Falbkater haben gegen derlei Liebesbekundungen nichts zu sagen.
Eine Hymne auf Ice
Montag, März 30th, 2009 | katzen | 1 Kommentar

Ich muss einfach ein Loblied auf meine dicke Ice anstimmen. Nachdem sich ihre Mutter Ayla ja nicht unbedingt als wie geschaffen für die Mutterrolle entpuppte (säugen? Ja, später… saubermachen? pfui…) gab es bei mir immer wieder Bedenken, ob sich so etwas nicht doch auch vererben könnte und ich mit Ice eine ähnliche Faulbärin behalten hatte.
Wie weit gefehlt! Ice hat Kiki seit der Geburt haargenau beobachtet, sitzt stundenlang bei den Babies, schupft sie zurück, wenn sie zu weit von ihrer Mama entfernt sind, pratzelt mit ihnen um Spielzeug und macht sie sauber! Ja, nicht nur ein höfliches Über-die-Stirn-Lecken, sondern ein richtiges, mütterlichens Popo-Saubermachen! Oh Ice!
Würde Ice nicht selbst noch versuchen, bei Kiki zu trinken, so könnte man fast meinen, diese Babies haben zwei Mütter.
Gähnen – ganz munter betrachtet
Donnerstag, März 12th, 2009 | vetmed | 2 Kommentare

Gähnfotos von Katzen sind etwas tolles. Mal strahlen sie Ruhe aus, mal wirken sie schreiend, mitunter ergeben sich für Nichteingeweihte richtige Kurzgeschichten anhand von Gähn-Gesprächen.
Gähnen dient aber nicht nur dem Luftholen, vorallem da es die Sauerstoffsättigung im Blut nicht wirklich beeinflusst. Der tiefere Sinn, insbesondere bei einzelnen Tierarten ist immer noch nicht vollständig verstanden.Von Affen weiß man, dass im Blitzenlassen der Zähne durchaus eine Drohung versteckt sein kann. Bei Hunden gehört es wohl zu den Übersprungshandlungen, beim Menschen ist es verbunden mit der Verarbeitung belastender Situationen. Vielleicht sollte man es bei Hunden schlicht Selbstbeschwichtigung nennen und alle wären zufriedener.
Bei Katzen wird das Gähnen durch die Stellung der Sinushaare deutlich betont und vom Fauchen sowie anderen Signalen abgrenzbar.
Fauchen: Ausatmen mit vorgestellten Tasthaaren und zurückgezogenen Mundwinkeln
Gähnen: Einatmen mit vorgestellten Tasthaaren und vorgezogenen Mundwinkeln, Ausatmen genau andersherum. Augen können auch geschlossen sein.
Der “Korb” beim Einatmen mag dabei auch sinnvollerweise kleine Fremdkörper bzw. Insekten vom freien Flug in die Lunge abhalten. (siehe Foto Falbkater) Grundsätzlich eignet sich ein so eindeutiger Gesichtsausdruck aber auch als Signal – noch dazu, wenn man als Katze keinen großen Worte kennt – und wird aktuell auch als solches (”Ich bin friedlich, sei du es auch”) aufgefasst.
Erstes Putzen
Mittwoch, März 4th, 2009 | katzenkinder | 3 Kommentare
Wommel (Kajili Wombat) hat sich gerade eben erstmals an der eigenen Körperpflege versucht. Sehr brav kleiner Mann!
Die Bilder sind wegen der Infrarotlampe über der Wurfbox leider nur schwarzweiß.
Musik für Katzen
Mittwoch, März 4th, 2009 | Allgemeines | Keine Kommentare
Ein Geschenk unserer Tierärztin wird gerade getestet.

Ehrlicherweise muss man aber zugeben: So interessant wie die “Vogelstimmen” finden die Katzen es nicht.
Wieder da
Sonntag, Februar 22nd, 2009 | reise | 3 Kommentare

Hundemüde aber katzenglücklich habe ich meinen Weg von Südafrika wieder zurück ins nasskalte Wien gefunden. Der Kopf steckt noch voller Eindrücke und Ideen, der Koffer voller Notizen und Videos und mein Herz schlägt – ich gebe es zu – nun auch ein wenig für die Karoo, für die Wildkatzen, insbesondere für “meine Hooligan-Falbis” und natürlich deren Besitzer J. & M. Pfleiderer, die noch mit P. Leyhausen zusammen in Afrika begonnen haben, Wildkatzen zu beobachten. Vielen Dank für alles, für die Stunden an Diskussionen, für den Muskelkater vom Lachen und die übersprudelnde wissenschaftliche Atmosphäre.
Es soll kein Abschied für immer gewesen sein!
Einige Ideen und Diskussionsbeiträge zu Medizin, Verhalten und Katzenhaltung möchte ich gerne später ausführlicher beschreiben.
Vorerst gibt es “nur” eine Menge Fotos aber die sagen mitunter auch wirklich mehr als tausend Worte.
In die Ferne
Samstag, Januar 31st, 2009 | reise | Keine Kommentare

Es ist soweit. Impfungen sind alle erledigt, das Stipendium ausbezahlt, die Koffer zumindest teilweise gepackt… in Kürze geht es ab nach Südafrika. Katzenmission der etwas anderen Art.
Kein vernünftiges Internet, kein brauchbarer Handyempfang, kein Radioempfang… kurzum eine Zumutung für jemanden, dessen Tag seit Jahren mit dem Onlinestandard beginnt und mit einem letzten eMail-Check vor dem Einschlafen endet.
Dafür aber Wildkatzen, Sommersonne und Südsternhimmel. Zumindest letzteres klingt ja doch ein wenig nach Urlaub. ;-)
Wer jetzt übrigens denkt, dass Wildkatzen nur in exotischen Ländern ein Thema sind, der irrt. Auch im Nationalpark Thayatal gibt es ein Projekt dazu. Das Problem freilich, dass sie mit Hauskatzen fruchtbare Nachkommen zeugen und deswegen stark bedroht sind, betrifft unsere Wildkatzen (felis silvestris silvestris) genauso wie ihre afrikanischen (felis silvestris lybica) Verwandten. Dabei weiß man noch so wenig über die Vorfahren unserer Hauskatzen und sollte die Chance besser nutzen, dass auch noch die nicht-domestizierte Form einer Haustierart frei existiert.
Als kleines Kind hatte ich mir gewünscht, Verhaltensforscherin zu werden. Das war quasi verpflichtend. Damals hatten wir nur ORF-Empfang und die Dienstagabende wurden mit “Universum” vor dem Fernseher verbracht. Dass ich tatsächlich einmal nach Südafrika aufbrechen würde, um für begrenzte Zeit genau das zu tun, schien mir aber bis vor kurzem mehr als utopisch.
Großer Dank gebührt hier also allen, die mich unterstützt haben, auch dafür, dass ich mir keine Sorgen um meine Katzen machen muss, wenn ich weg bin. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn Katzenzucht ist ein 24/07 Hobby, das normalerweise keine Auszeiten zulässt.
Das nächste Update kommt dann mit hoffentlich ein paar schönen Fotos ab Ende Februar… und kurz danach gibts vielleicht einen weiteren Grund zur Freude! ;-)
c u























































